Benediktinerstift St. Paul

Stift_Sankt_Paul_im_Lavanttal_Nordwest
 

Kontakt

Benediktinerstift St. Paul
Hauptstraße 1, 9470 St. Paul
Tel.: 04357 / 20 19 DW 10/DW 40
Fax.: 04357 / 20 19 38
Mail: ausstellung@stift-stpaul.at
www.stift-stpaul.at 

Aktuelles

Lichtgestalt und Schattenwelt
300 Jahre Fürstabt Martin II. Gerbert
(1720-1793)

27. Juni bis 26. Oktober 2020
Dienstag bis Samstag von 10 bis 16 Uhr
Montag, Sonn- und Feiertag geschlossen

Änderungen vorbehalten!
Hinweis: Es gelten die jeweils auf Grund der Corona-Krise von der Bundesregierung erlassenen Bestimmungen (z. B. Höchstanzahl von Besuchern im Museum, Maskenpflicht und Abstandsregelungen zwischen Personen).

weitere Infos

Schatzhaus Kärntens - Benediktinerstift St. Paul

Das im Jahr 1091 gegründete Stift ist heute das einzige aktiv bestehende Benediktinerkloster Kärntens, in welchem die dort lebende Mönchsgemeinschaft versucht dem Grundauftrag ihres Ordensgründers St. Benedikt gerecht zu werden: Gott zu suchen und ihn durch ihr gemeinsames Gebet, ihre Arbeit und in der Begegnung mit ihren Mitmenschen zu verherrlichen.

Das Stiftsmuseum bietet die Möglichkeit, einen Streifzug durch die Jahrhunderte zu machen und bei einer Führung Einblicke in das Klosterleben der Menschen damals wie heute zu gewinnen. In den historischen Kellergewölben und Räumlichkeiten der ehemaligen Prälatur, machen die Bibliothek und zahlreiche Objekte aus der Kunstsammlung das benediktinische Motto ora et labora et lege anschaulich: bete, arbeite und lies.

Sonderausstellung 2020:

Lichtgestalt und Schattenwelt - 300 Jahre Fürstabt Martin II. Gerbert (1720-1793)
Beeindruckende Persönlichkeiten prägten die Geschichte Europas. Martin Gerbert war eine davon. Als Fürstabt der bedeutenden deutschen Abtei St. Blasien im Schwarzwald, gilt er als Lichtgestalt des 18. Jahrhunderts. Er war nicht nur Theologe, sondern Historiker, Musiker und Diplomat und führte mit viel Geschick ein souveränes Fürstentum. Neben zahlreichen historischen Schriften verfasste er einen Leitfaden zur Regentschaft kleiner Fürstentümer, erließ eine Kleiderordnung für seine Untertanen, gründete eine Sparkasse und ein Krankenhaus sowie eine Sozialkasse zur Versorgung der Armen und eine Brauerei. Mit den Großen seiner Zeit stand er in regem Briefwechsel und genoss allgemein Anerkennung. Kaiserin Maria Theresia schätzte Gerbert als Berater und die Päpste seine theologische Kompetenz. Zahlreiche Kompositionen zeugen von seiner musikalischen Virtuosität. Er war Visionär! Nach dem Großbrand seines Stiftes und dessen völliger Vernichtung, 1768, ließ er dieses nach modernsten Plänen wiederaufbauen und setzte vor allem mit der gewaltigen Kuppelkirche ein Denkmal der Architektur des Klassizismus. Seine bedeutende Kunstsammlung und seine umfassende Bibliothek genossen Weltruhm.

Am Ende seines Lebens war Europa aus den Fugen geraten. Die Revolution in Frankreich, die zunehmende Säkularisation und drohende politische Umbrüche machten auch vor dem Schwarzwald nicht Halt. Das diplomatische Geschick Gerberts schaffte dennoch Stabilität. Erst Jahre nach seinem Tod wurde die Abtei aufgelöst und 1809 zog sein zweiter Nachfolger mit den Mönchen, dem beeindruckenden Klosterschatz und den Gebeinen der ersten Habsburger nach Kärnten, um in St. Paul neu zu beginnen. Heute wird dort der gewaltige Nachlass Gerberts, der zum Großartigsten zählt, was Europa hervorbrachte, verwaltet. Vieles, bislang noch Unbekanntes, skizziert das Leben eines Mannes, der hineingestellt war zwischen den barocken Prunk und dessen Lebensfreude und das Wanken Europas am Ende dieser glanzvollen Epoche.

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